Es ist Herbst. Der Wind saust um Junes Ohren und zupft an ihren Haarsträhnen, die sie erfolglos unter einer dicken Mütze versteckt hat. Das kleine Feuer, das sie aus einigen Stöcken zusammengebaut hat, raucht wie wild.
"June" ruft Cathrin durch die geschlossene Balkontür und klopft ungeduldig gegen das Glas, "warum räucherst du meine Pflanzen aus?"
"Haben wir noch Milch?" ruft June zurück.
"Nein."
"Ach, scheiße." June flucht ein bisschen und stochert in der kläglichen Glut herum. "Ein heißer Kakao würde jetzt gut passen."
"June, komm rein, wir müssen gleich los! Aber lass nicht den ganzen Wind mit rein, wenn du die Tür aufmachst." Cathrin hämmert noch ein paar Mal gegen das Glas, wird von June stur ignoriert, und verschwindet. Ein kleiner Nebelfleck an der Scheibe schrumpft langsam in sich zusammen.
"Lass nicht den ganzen Wind mit rein" murmelt June kopfschüttelnd. Dann gießt sie ihr restliches Feuer über die Glut und steht auf.
16 Mai 2009
23 März 2009
Himmlisches Strandgut
"Mann, ist das ein Wind." Cathrin rubbelt ein Guckloch am Fenster frei, um nach draußen zu schauen. "Ich frag mich, was der uns alles vom Norden hier her bläst."
"Na, was auch immer es ist, bei der Geschwindigkeit wird's nicht lange hier bleiben" meint June und hört auf, auf ihren Bongos herumzutrommeln.
"Anstatt Lärm zu machen, könntest du auch mal die Fenster putzen" schlägt Cathrin hoffnungslos vor. Natürlich fängt June sofort wieder an, auf die Bongos einzuschlagen.
"Jedes Mal" schreit sie dabei über ihren eigenen Krach hinweg, "wenn du etwas sagst, dem ich nicht zustimme, werde ich trommeln."
"Was meinst du, was wir morgen früh alles aufm Balkon finden" fährt Cathrin nachdenklich fort. "Eine ganze Menge himmlisches Strandgut."
"Wer weiß, vielleicht weht Jesus ausversehen runter."
"Auf unseren Balkon?"
"Keine Ahnung, alles andere landet ja auch hier."
"Du hast Recht. Es würde mich nicht wundern, wenn nachher Mary Poppins auftaucht."
"Ach, die kann doch lenken, mit ihrem Regenschirm."
"Der hat Lenkung?"
"Natürlich, die Poppins hat doch jede Menge magisches Zeugs."
"Und der Jesus nicht?"
"Na, soweit ich weiß hat der nur eine Bibel und 2000 Millionen Gläubige."
"Stimmt." Cathrin malt ein kleines Willkommensschild in das schmutzige Fensterglas, für Jesus. "Wenn er kommt, kann er ja mal aushelfen und putzen."
"Na, was auch immer es ist, bei der Geschwindigkeit wird's nicht lange hier bleiben" meint June und hört auf, auf ihren Bongos herumzutrommeln.
"Anstatt Lärm zu machen, könntest du auch mal die Fenster putzen" schlägt Cathrin hoffnungslos vor. Natürlich fängt June sofort wieder an, auf die Bongos einzuschlagen.
"Jedes Mal" schreit sie dabei über ihren eigenen Krach hinweg, "wenn du etwas sagst, dem ich nicht zustimme, werde ich trommeln."
"Was meinst du, was wir morgen früh alles aufm Balkon finden" fährt Cathrin nachdenklich fort. "Eine ganze Menge himmlisches Strandgut."
"Wer weiß, vielleicht weht Jesus ausversehen runter."
"Auf unseren Balkon?"
"Keine Ahnung, alles andere landet ja auch hier."
"Du hast Recht. Es würde mich nicht wundern, wenn nachher Mary Poppins auftaucht."
"Ach, die kann doch lenken, mit ihrem Regenschirm."
"Der hat Lenkung?"
"Natürlich, die Poppins hat doch jede Menge magisches Zeugs."
"Und der Jesus nicht?"
"Na, soweit ich weiß hat der nur eine Bibel und 2000 Millionen Gläubige."
"Stimmt." Cathrin malt ein kleines Willkommensschild in das schmutzige Fensterglas, für Jesus. "Wenn er kommt, kann er ja mal aushelfen und putzen."
19 März 2009
Endlich! / Finally!
I got my shit in order.
This is for the English readers: http://schoolbuscemetery.blogspot.com/
And you German readers, just kick it here. Ich meine, bleibt hier. Geht nicht weg. Es sei denn, ihr werdet experimentierfreudig.
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Häufleinsysteme
"Es riecht komisch." June steht im WG Flur und stellt einen Koffer ab. Der andere ist aufwändigerweise mit einem langen Seil an ihrem Rücken befestigt. "Fremd."
"Du riechst komisch." Cathrin quetscht sich an ihr vorbei und rumpelt mit ihrem Gepäck in die Küche.
"Wir waren doch nur drei Wochen weg. So kann es hier doch noch gar nicht riechen." June hat beschlossen, sowohl Cedric als auch Cathrin komplett auszublenden, um einen klaren Gedanken fassen zu können. Allerdings hat sie dabei übersehen, dass Cedric auf seine unnachahmliche Art und Weise einen wilden Biber in seinen Rucksack gelockt hat. Während Cathrin auf dem Küchentisch auspackt und June sich immer noch ein bisschen wundert, verfolgt Cedric das ungehorsame Tier durchs Treppenhaus.
"Wo ist denn Cedric?" fragt Cathrin als June die Küche betritt.
"Biberjagd." June setzt eine Kanne Kaffee auf und beginnt, Knoten zu lösen. "Wäre es nicht einfach, wenn du in deinem Zimmer auspackst?"
"Ich muss doch erst sortieren!" Cathrin legt begeistert einen Knopf auf ihr Knöpfe Häuflein und einen abgenagten Bleistift auf ihr Stifte Häuflein. Cathrins Organisiertechnik beruht vollkommen auf dem Häufleinsystem, welches ihr, laut Cath, einen überdimensionalen Überblick gibt.
June lässt sich kopfschüttelnd auf einem Stuhl nieder und zieht einen Pulli aus Cathrins Überbekleidungs- Häuflein. "Das hier ist meiner."
"Es gibt ein kleines Problem, Leute" kündigt Cedric schon beim Eintritt in die Küche an. "Der Biber ist entkommen."
"Gott sei Dank" freut sich Cathrin, die schon mit dem Hund, dem Hühnchen und Kabbel zuviel zu tun gehabt hatte. "Ich brauch hier kein Haustier, das mir alles unordentlich macht."
"So wie's aussieht klappt es auch so."
"Das liegt daran, dass ich immer noch nicht meine zwei arbeitslosen Mitbewohner los bin."
"Ich bin nicht diejenige die unsere Küche für Häufleinsysteme benutzt."
"Es wäre auch mehr als überraschend, dich jemals in der Nähe eines Systems zu finden."
"Also, der Biber" unterbricht Cedric die beiden, nun etwas beunruhigt. "Ist glaub ich unten beim Vermieter reingerannt."
"Reingerannt?"
"Ich konnte ihn nicht mehr schnappen."
June kreuzt vorfreudig die Beine und lehnt sich zurück.
"So, Cath" sagt sie. "Jetzt kannst du mit einem Häufleinsystem auf ihn losgehen."
"Du riechst komisch." Cathrin quetscht sich an ihr vorbei und rumpelt mit ihrem Gepäck in die Küche.
"Wir waren doch nur drei Wochen weg. So kann es hier doch noch gar nicht riechen." June hat beschlossen, sowohl Cedric als auch Cathrin komplett auszublenden, um einen klaren Gedanken fassen zu können. Allerdings hat sie dabei übersehen, dass Cedric auf seine unnachahmliche Art und Weise einen wilden Biber in seinen Rucksack gelockt hat. Während Cathrin auf dem Küchentisch auspackt und June sich immer noch ein bisschen wundert, verfolgt Cedric das ungehorsame Tier durchs Treppenhaus.
"Wo ist denn Cedric?" fragt Cathrin als June die Küche betritt.
"Biberjagd." June setzt eine Kanne Kaffee auf und beginnt, Knoten zu lösen. "Wäre es nicht einfach, wenn du in deinem Zimmer auspackst?"
"Ich muss doch erst sortieren!" Cathrin legt begeistert einen Knopf auf ihr Knöpfe Häuflein und einen abgenagten Bleistift auf ihr Stifte Häuflein. Cathrins Organisiertechnik beruht vollkommen auf dem Häufleinsystem, welches ihr, laut Cath, einen überdimensionalen Überblick gibt.
June lässt sich kopfschüttelnd auf einem Stuhl nieder und zieht einen Pulli aus Cathrins Überbekleidungs- Häuflein. "Das hier ist meiner."
"Es gibt ein kleines Problem, Leute" kündigt Cedric schon beim Eintritt in die Küche an. "Der Biber ist entkommen."
"Gott sei Dank" freut sich Cathrin, die schon mit dem Hund, dem Hühnchen und Kabbel zuviel zu tun gehabt hatte. "Ich brauch hier kein Haustier, das mir alles unordentlich macht."
"So wie's aussieht klappt es auch so."
"Das liegt daran, dass ich immer noch nicht meine zwei arbeitslosen Mitbewohner los bin."
"Ich bin nicht diejenige die unsere Küche für Häufleinsysteme benutzt."
"Es wäre auch mehr als überraschend, dich jemals in der Nähe eines Systems zu finden."
"Also, der Biber" unterbricht Cedric die beiden, nun etwas beunruhigt. "Ist glaub ich unten beim Vermieter reingerannt."
"Reingerannt?"
"Ich konnte ihn nicht mehr schnappen."
June kreuzt vorfreudig die Beine und lehnt sich zurück.
"So, Cath" sagt sie. "Jetzt kannst du mit einem Häufleinsystem auf ihn losgehen."
10 März 2009
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