"Tante Pampa, wie schoen dich zu sehen!", ruft Cathrin aus und eilt freudig zur Wohnungstuer, um ihre Tante zu empfangen.
"Und du hast trotzdem nicht aufgeraeumt", sagt Tante Pampa saeurlich und schliesst die Tuer energisch hinter sich.
"Doch, hab ich", versucht Cathrin zu entgegnen, doch Tante Pampa ist bereits mit Elan an ihr vorbei und in die Kueche stolziert.
"Wie sieht es denn hier aus?", ertoent ihre Stimme und Cathrin seufzt. "Und was ist dieser Geruch? Stinkt nach Monate-altem Abfall."
"Hallo Pampa, das ist mein Apfelkompott, probier mal." June drueckt ihr unbeeindruckt einen Loeffel in die Hand und ruehrt konzentriert in einem Topf auf dem Herd.
"Igitt." Tante Pampa legt den Loeffel mit spitzen Fingern zurueck und beschliesst, June von hier an zu ignorieren.
"Tante Pampa, kann ich dir einen Kaffee machen?", bietet Cathrin an, die soeben die Kueche betritt und fast Hals ueber Kopf ueber Tante Pampas Koffer faellt.
"Du warst schon immer so tollpatschig", bemerkt Tante Pampa.
"Ich tu deine Koffer mal in das Gaestezimmer.."
"Auf gar keinen Fall, die kleine Kleptomanin kann ihre Finger nicht bei sich halten."
"Tante, June ist keine Kleptomanin", versucht Cathrin so ruhig wie moeglich zu versichern.
"Ich meinte Cedric", sagt Tante Pampa trocken. June kichert.
"Pampa, du alte Schrullenpulle, dein Mundwerk ist immer noch so boese wie damals", sagt sie gutgelaunt und freut sich, als Cathrin ihr einen entsetzten Blick beim Wort "Schrullenpulle" zuwirft.
"Mit dir rede ich ueberhaupt nicht mehr", bestimmt Tante Pampa.
"Der Abend wird immer besser", freut sich June und serviert Tante Pampa eine deftige Portion Apfelkompott. "Hau rein."
"Ich werde auf gar keinen Fall in gar nichts hauen."
"Tante Pampa, kann ich dir einen Kaffee machen?", wiederholt Cathrin hoffnungsvoll.
"Ich waere ueberrascht wenn du das koenntest, aber du kannst es ja mal versuchen."
"Pampa, es ist immer so eine warme, friedliche Zeit, wenn du zu Besuch kommst", grinst June breit und kaut auf ihrem Kompott.
"Das kann ich nicht gerade behaupten. Diese Wohnung sieht aus wie ein Obdachlosenheim in Winter."
29 November 2008
Ein Wachender
"Cathrin."
"Ja, June."
"Meine Zehen frieren."
"Dann tu die Decke drueber."
"Geht nicht."
Cathrin seufzt und zwingt sich widerwillig, ein wenig aufzuwachen.
"Warum nicht?"
"Du hast die Decke."
Cathrin oeffnet ein Auge und betrachtet schlaefrig June, die leicht zitternd neben ihr liegt.
"Normale Menschen rollen sich nicht in einen Kokon aus Decke ein, wenn sie schlafen", teilt June ihr etwas muerrisch mit.
"Normale Menschen wachen nicht alle zwei Stunden auf, um mich mit philosophischen Fragen zu nerven."
"Normale Menschen erwarten nicht von ihren Mitbewohnern, dass sie in ihrem frischgestrichenen Zimmer schlafen und womoeglich ueber Nacht sterben, weil sie zuviele Gifte eingeatmet haben." June zieht die Decke unter Cathrin hervor. "Eine Nacht mit dir im Bett ist nicht gerade ein Tag aufm Ponyhof."
"Dann schlaf halt in Cedrics Bett."
"Ne, der pupst im Schlaf."
"Ach mann." Cathrin zieht die Decke ueber den Kopf. June wartet ein wenig und betrachtet die Lichtstreifen, die dann und wann ueber die Zimmerdecke ziehen, wann immer ein Auto am Haus vorbeifaehrt.
"Normale Menschen machen hin und wieder auch mal die Heizung in ihrem Zimmer an", bemerkt June nach einer Weile. "Wusstest du das, Cathrin?" Cathrin schweigt fuer eine Minute.
"Wenn ich pupse, gehst du dann?", fragt sie June.
"Nein."
"Ja, June."
"Meine Zehen frieren."
"Dann tu die Decke drueber."
"Geht nicht."
Cathrin seufzt und zwingt sich widerwillig, ein wenig aufzuwachen.
"Warum nicht?"
"Du hast die Decke."
Cathrin oeffnet ein Auge und betrachtet schlaefrig June, die leicht zitternd neben ihr liegt.
"Normale Menschen rollen sich nicht in einen Kokon aus Decke ein, wenn sie schlafen", teilt June ihr etwas muerrisch mit.
"Normale Menschen wachen nicht alle zwei Stunden auf, um mich mit philosophischen Fragen zu nerven."
"Normale Menschen erwarten nicht von ihren Mitbewohnern, dass sie in ihrem frischgestrichenen Zimmer schlafen und womoeglich ueber Nacht sterben, weil sie zuviele Gifte eingeatmet haben." June zieht die Decke unter Cathrin hervor. "Eine Nacht mit dir im Bett ist nicht gerade ein Tag aufm Ponyhof."
"Dann schlaf halt in Cedrics Bett."
"Ne, der pupst im Schlaf."
"Ach mann." Cathrin zieht die Decke ueber den Kopf. June wartet ein wenig und betrachtet die Lichtstreifen, die dann und wann ueber die Zimmerdecke ziehen, wann immer ein Auto am Haus vorbeifaehrt.
"Normale Menschen machen hin und wieder auch mal die Heizung in ihrem Zimmer an", bemerkt June nach einer Weile. "Wusstest du das, Cathrin?" Cathrin schweigt fuer eine Minute.
"Wenn ich pupse, gehst du dann?", fragt sie June.
"Nein."
27 November 2008
Ein Schlafender.
"He. Cathrin? Bist du noch wach?"
"Nein."
June schleicht auf Wollsocken-Zehenspitzen durch Cathrins Zimmer und wirft sich mit Elan auf ihr Bett, sodass Cathrin einige Male in die Luft fliegt und quiekt wie ein verirrtes Meerschweinchen.
"Bist du jetzt wach?"
"June-" Cathrin schneidet sich selbst ab, indem sie ihren Kopf unter ein Kissen drückt und die Decke über sich wirft. "Hau ab."
"Was?"
"Geh weg."
"Ich kann dich nicht hören, du hast eine Decke auf dem Kopf", teilt June Cathrin fachmännisch mit.
"Deine Mutter hat eine Decke auf dem Kopf" murmelt Cathrin und atmet langsamer, als sie vorsichtig wieder zurück in ihre Traumwelt driftet.
"Das macht überhaupt keinen Sinn." June stupst Cathrin ein paar Mal in die Seite. "Bist du ein Schlafwandler?"
"Nein, ich bin ein SchlafENDER", knurrt Cathrin in ihr Kissen. "Lass mich schlafen."
"Weißt du, wieviele Stunden wir in einem Leben mit Schlaf verbrauchen?" fährt June unbesonnen fort.
"Vierhundertzwanzigtausend. Lass mich schlafen."
"Das hast du dir doch grad ausgedacht."
"Na und? Rechnet doch eh keiner nach." Cathrin kommt unter ihrem Kissen hervor, ihr Gesicht sehr rot und verschwitzt. "Mann, wird es heiß da unten."
"Na endlich", freut sich June. "Ich habe dich aus deinem Lager geschwitzt! Jetzt kannst du mir Abendessen machen."
"June, es ist zwei Uhr morgens."
"Abendessen, Frühstück, ist doch alles dasselbe."
"Nein."
June schleicht auf Wollsocken-Zehenspitzen durch Cathrins Zimmer und wirft sich mit Elan auf ihr Bett, sodass Cathrin einige Male in die Luft fliegt und quiekt wie ein verirrtes Meerschweinchen.
"Bist du jetzt wach?"
"June-" Cathrin schneidet sich selbst ab, indem sie ihren Kopf unter ein Kissen drückt und die Decke über sich wirft. "Hau ab."
"Was?"
"Geh weg."
"Ich kann dich nicht hören, du hast eine Decke auf dem Kopf", teilt June Cathrin fachmännisch mit.
"Deine Mutter hat eine Decke auf dem Kopf" murmelt Cathrin und atmet langsamer, als sie vorsichtig wieder zurück in ihre Traumwelt driftet.
"Das macht überhaupt keinen Sinn." June stupst Cathrin ein paar Mal in die Seite. "Bist du ein Schlafwandler?"
"Nein, ich bin ein SchlafENDER", knurrt Cathrin in ihr Kissen. "Lass mich schlafen."
"Weißt du, wieviele Stunden wir in einem Leben mit Schlaf verbrauchen?" fährt June unbesonnen fort.
"Vierhundertzwanzigtausend. Lass mich schlafen."
"Das hast du dir doch grad ausgedacht."
"Na und? Rechnet doch eh keiner nach." Cathrin kommt unter ihrem Kissen hervor, ihr Gesicht sehr rot und verschwitzt. "Mann, wird es heiß da unten."
"Na endlich", freut sich June. "Ich habe dich aus deinem Lager geschwitzt! Jetzt kannst du mir Abendessen machen."
"June, es ist zwei Uhr morgens."
"Abendessen, Frühstück, ist doch alles dasselbe."
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