13 September 2008

Die Beethoven Pandabär Theorie

Für wenige Sekunden hatte Elise das Gefühl, dass ihr, alle Umstände in Anbetracht gezogen, eigentlich gar nicht so langweilig war. Dann schaltete die Ampel auf Grün, das Auto fuhr los und die Musik erstarb langsam unter dem Straßenlärm. Elise streckte sich zum Fenster hinaus und horchte auf die letzten paar Töne, dann war es vorbei. Die Musik war weg. Und Elise fiel plötzlich ein, was sie jetzt unbedingt tun sollte. Umständlich kletterte sie auf das Fensterbrett, ließ die Beine baumeln und schob sich mit den Händen bis zur Kante vor. Sie warf einen letzten Blick auf die brennende Mittagssonne, vor ihren Augen tanzten blaue Punkte, dann schob sie sich ein letztes Mal nach vorne und fiel aus dem Fenster.

Während sie durch die Luft nach unten sank hörte sie die Musik wieder, sie wurde lauter und schließlich war Elise umfangen von der Musik und von blauen Punkten. Dann kam der Aufprall.

Elise war sofort tot. Der kleine Pandabär unter ihr auch. Seine Besitzerin kreischte eine beträchtliche Weile lang, hörte aber schließlich auf als sie einen Herzinfarkt bekam und starb auf der Stelle.

Nach zehn Jahren fand ein Wissenschaftler die Akten dieses Vorfalls in einer Mülltonne, auf der Suche nach etwas zu Essen. Der Wissenschaftler war nie sehr erfolgreich gewesen, hatte er sich doch den Großteil seines Lebens mit den Zusammenhängen zwischen Beethoven und kleinen Pandabären beschäftigt. Als er sich die Akten durchlas, wurde ihm klar, dass ihm absolut nichts klar war.

Nach mehreren Jahren und einigen mehr oder weniger sinnfreien Theorien fand er heraus, dass Pandabären durch zwei Dinge paralysiert werden können: Heroin und Beethoven (offensichtlich nicht durch Beethoven selbst, sondern durch seine Musik). Dies wiederum zwingt sie, nervöse Wellen auszusenden um gerettet zu werden. Diese nervösen Wellen werden vom menschlichen Körper zwar empfangen, aber selten richtig gedeutet. Als Ergebnis entwickelt der Mensch den die Wellen treffen eine Vorliebe für Erdnussbutter. Oder, im schlimmsten Falle, Suizidgedanken - bis zur Ausführung derselbigen.

Seine Theorie war an einigen Stellen noch etwas löchrig. Wieso war die Besitzerin des kleinen Pandabären gestorben? Hatte es etwas mit den Wellen zu tun? Mit der Musik? Mit Elise? Mit der brennenden Mittagshitze? Nach nunmehr drei Jahren der ausführlichen Studie war der Wissenschaftler letzendlich so angenervt, dass er beschloss, die Besitzerin sei ganz einfach eine hysterische Kuh und anfällig für Herzstörungen.

Er gewann den Nobelpreis, spendete an die örtliche Rettet-die-Pandabären-Organisation und starb im Alter von 92 Jahren an der tödlichen familiären Schlaflosigkeit. Die Akten und Dokumente des Vorfalls nahm er mit in sein Grab, und so weiß man bis heute nicht, dass Pandabären, Beethoven, Erdnussbutter und Suizidvorfälle eigentlich rein gar nichts miteinander zu tun haben.

9 Kommentare:

tibits hat gesagt…

Du hast in letzter Zeit eindeutig zu viele von Woody Allens Büchern gelesen. ;o)

Maak hat gesagt…

familiäre schlaflosigkeit? ich glaub das hatte ich am wochenende auch.

hoffentlich werd ich's überleben...

sjÁlfur hat gesagt…

. !

Ich bin erkaeltet hat gesagt…

Tibits: Ich habe noch nie Woody Allens Bücher gelesen.
Maak: Who knows..
S.: , ?

Herr Schmidt hat gesagt…

Aber Pandabären haben einen kleinen Rüpel! DAS ist bewiesen!

me. hat gesagt…

woody allen hat buecher geschrieben?

tibits hat gesagt…

@me. Ja hat er. Ich besaß drei davon. Keine Ahnung wo ich die heute habe. Die gab es sogar in deutscher Übersetzung. Ich hatte "Wie du dir, so ich mir", "Ohne Leit kein Freud" und "Nebenwirkungen".

Suche einfach auf Amazon unter Woody Allen und Bücher, da gibt es sogar noch mehr.

500beine hat gesagt…

"umständig" guckt mich komisch an. extra? oder meinst du "umständlich"?

Ich bin erkaeltet hat gesagt…

Umständlich muss da hin. :( Ich kann kein Deutsch mehr.